Natur

 

 

Der Rosenstein ist ein Ausliegerberg am Nordrand des Albuchs-einem nordöstlich gelegenen Teil der Schwäbischen Alb. Hoch über der Stadt Heubach (Ostalbkreis) liegt das Naturschutzgebiet Rosenstein. Viele Jahre sind bereits vergangen, seit das Regierungspräsidium Stuttgart das Naturschutzgebiet 1981 unter Schutz gestellt hat. Anlässlich dieses Geburtstags betonte Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider: „Nirgendwo auf dem Albuch findet man so viele Felsen und Höhlen wie am Rosenstein. Das Gebiet bietet nicht nur seltenen hochgefährdeten Tieren und Pflanzen einen Lebensraum, sondern auch Wanderern und Kletterern ein lohnenswertes Ausflugsziel”.

Der felsenreiche Ostabfall des Berges von der Höhle „Finsteres Loch” über den Ostfelsen bis zum Aussichtspunkt nahe der Höhle „Großen Scheuer” wurde wegen der Vielzahl seltener, teils hochgefährdeter Tier- und Pflanzenarten als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Ein Großteil der Hänge des Rosensteins ist von mehreren Metern mächtigem Hangschutt bedeckt. Die markanten Felsen „Ruinenfels”, „Sophienfels” und „Ostfels” bestehen aus unterem Massenkalk. Von den über 35 Höhlen sind „Kleine Scheuer”, „Dreieingangshöhle”, „Große Scheuer”, „Haus” und „Finsteres Loch” die Bekanntesten, so Schneider. In den Höhlen fand man Kulturreste aus der jüngeren Altsteinzeit. Mehrere Abschnittswälle riegelten den West- und den Ostteil der Rosensteinhochfläche sowie die schmale Verbindung zum Albkörper ab. Die Ruine Rosenstein, die auf dem Ruinenfelsen thront, stammt aus der Zeit zwischen 1175 und 1300.

Der von tiefen Rissen durchzogene Ostfelsen fällt über 30 Meter senkrecht ab. An seiner Oberkante ist eine schmale Zone, die von Natur aus frei von Bäumen ist. Dieser besondere Standort beherbergt viele seltene, den speziellen Verhältnissen angepasste Pflanzenarten wie Berg-Lach, Kalk-Aster, Weidenblättriges Ochsenauge, Langblättriges Hasenohr, Flügel-Ginster, Kartäuser-Nelke, Hirsch-Haarstrang, Küchenschelle und Kleine Wiesenraute. Eine weitere Besonderheit im Naturschutzgebiet sind die verschiedenen Arten an Wäldern: Der Seggen-Buchen-Wald, ein lichter Buchenwald mit krüppeligen, wild zerzausten Bäumen, der Waldgersten-Buchenwald mit den Leberblümchen und der Ahorn-Lindenwald mit hübschen Pflanzen wie Lerchensporn und Silberblatt. Auch schutzbedürftige Tiere, darunter Uhu, Wanderfalke, Kolkrabe und mehrere Fledermausarten, haben am Rosenstein ihren Lebensraum.

Der Rosenstein kann von Heubach, Lautern oder vom etwas höher gelegenen Wanderparkplatz beim Fernsehturm (Zufahrt über Heubach) durch zahlreiche markierte Wege erwandert werden. Da das „Finstere Loch” durch den früheren Gebrauch von Fackeln rußgeschwärzt ist, wird um den Gebrauch einer Taschenlampe gebeten, falls man in eine der Höhlen geht. Zum Schutz überwinternder Tiere dürfen die Höhlen von November bis April nicht betreten werden. Klettern ist am Ostfelsen zwischen 16. Juli und 31. Januar erlaubt. Es darf dabei nicht auf dem Felskopf ausgestiegen werden, das heißt Kletterer werden gebeten, sich an den Umlenkhaken wieder abzuseilen.

Eine ausführliche Beschreibung dieses wie auch aller übrigen Naturschutzgebiete im Ostalbkreis findet sich im Buch „Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Stuttgart“ von Reinhard Wolf und Ulrike Kreh (Hg.), Jan Thorbecke, Verlag, Ostfildern 2007.

Quelle: http://www.rp.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1331287/index.html

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